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Im Verlauf der Amsterdamer Gerichtsverhandlung
gegen die Santo Daime Kirche haben die niederländischen Behörden an das
International Narcotics Control Board
der Vereinten Nationen in Wien eine Anfrage gerichtet, welcher Status
Ayahuasca nach der Konvention von 1971 über psychotrope Substanzen
zukommt.
Im folgenden der Brief vom Sekretär des Direktorenrats, Herbert Schaepe,
mit dem er Herrn Lousberg, dem Inspektor für Gesundheitspflege des
niederländischen Ministeriums für öffentliche Gesundheit antwortete.
Datum 17. 01. 2001
Lieber Herr Lousberg,
Ich möchte hiermit Bezug nehmen auf ihr Schreiben vom 20. Dezember 2000
betreffend dem traditionellen Gebrauch von kontrollierten Substanzen,
insbesondere des Gebrauchs einer Zubereitung, die von religiösen Gruppen
in den Niederlanden "Ayahuasca" genannt wird.
Die obengenannte Sache wurde durch das INCB Sekretariat unter Einbezug der
Wissenschaftlichen Abteilung sowie der Abteilung Rechtsberatung der UNDCP
(United Nations International Drug Control Programma) beraten. Nach
unserem Verständnis ist "Ayahuasca" der allgemeine Name für eine flüssige
Zubereitung für den oralen Gebrauch, die aus Pflanzen, welche im
Amazonas-Basin Südamerikas heimisch sind, insbesondere die Rinde
verschiedener Spezies einer einer Dschungel-Liane (Banisteriopsis sp.) und
der tryptaminreichen Pflanze Psychotria virides.
Zufolge der wissenschaftlichen Literatur, enthält Ayahuasca im Allgemeinen
mehrere psychoaktive Alkaloide, darunter DMT, welches eine Substanz ist,
die in Klasse I der Konvention über psychoaktive Substanzen von 1971
enthalten ist.
Keine Pflanzen (natürliche Stoffe), die DMT enthalten, fallen derzeit
unter die Konvention von 1971. Folglich sind Zubereitungen (z.B.
Abkochungen) die aus diesen Pflanzen hergestellt werden wie Ayahuasca
nicht unter internationale Kontrolle und sind daher nicht Gegenstand
irgendwelcher Artikel der Konvention von 1971.
Hochachtungsvoll,
Herbert Schaepe
Secretary of the Board
Am 25. Januar 2001 schrieb Dr. Lousberg, Chefinspektor des holländischen
Ministeriums für Gesundheit, einen Brief an die Staatsanwaltschaft in Den
Haag. Er erwähnt darin den Brief vom INCB in Wien und fügt hinzu: Eine
erste Analyse machte deutlich, dass der Gebrauch von ayahuasca gegenwärtig
keine Bedrohung für die öffentliche Gesundheit darstellt (..), weil es
eine sehr kleine Gruppe von Nutzern betrifft, es von diesen in einem
religiösen Setting unter Anleitung genutzt wird, und diese über die
pharmakologischen Wirkungen informiert sind, bevor sie den Trank zu sich
nehmen, es nicht sehr häufig benutzt wird und die Dosis von DMT in der
Flüssigkeit so niedrig ist, dass nur ein geringer pharmakologischer Effekt
bemerkbar ist (In eigenen Worten zusammengefasst aus einem extrem
bürokratischen niederländisch).
Der Brief bringt weiterhin zum Ausdruck, dass es keine Bedrohung der
öffentlichen Sicherheit gibt, und weiterhin auch keine Beweise für
kriminelle Machenschaften.
Übersetzung aus dem Englischen: Silvio Rohde
Hier der englische Originaltext des Briefes:
Date: 17 January 2001
Dear Mr. Lousberg,
I would like to refer to your fascimile of 20 december 2000 concerning the
traditional use of controlled substances, in particular the use of a
preparation called "ayahuasca" by religious groups in the Netherlands.
The above mentioned issue was consulted by the INCB Secretariat with the
Scientific Section and the Legal Advisory Section of the United Nations
International Drug Control Programma (UNDCP). It is our understanding that
"ayahuasca" is the common name for a liquid preparation (decoction) for
oral use prepared fromk plants indigenous to the Amazon basin of South
America, essentially the stem bark of different species of a jungle vine
(Banisteriopsis sp.) and the tryptamine-rich plant Psychotria Virides.
According to the scientific literature, ayahuasca commonly contains a
number of psychoactive alkoloids, including DMT which is a substance
included in Schedule I of the the 1971 Convention on Psychotropic
Substances.
No plants (natural materials) containing DMT are at present controlled
under the 1971 Convention on Psychotropic Substances. Consequently,
preparations n(e.g.decoctions) made of these plants, including ayahuasca
are not under international control and, therefore, not subject to any of
the articles of the 1971 Convention.
Dr. Lousberg, the Chief of the Inspectorate for Health Care of the Dutch
Ministry of Public Health, in his turn, wrote a letter dated 25 January
2001 to the Board of Public Prosecutors (College van Procureurs-Generaal)
in The Hague. Apart from mentioning the content of the letter of te INCB
from Vienna he writes: A first information analysis made clear that
currently the use of ayahuasca is no threat to public health.(...) because
it concerns a very small group of users, they use it in a religious
setting under guidance, they are informed about the pharmacological
effects before they start drinking, they use it not very often, the amount
of DMT in the liquid is so low that only a low pharmacological effect is
noticeable." (In my own words translated out of a extremely burocratic
type of Dutch).
The letter also states that there is no threat to public safety and there
is no proof of criminal involvement.
Arno Adelaars © Amsterdam -The Netherlands
E-mail: nota@xs4all.nl |
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