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Gebrauch von Opium in der Antike

Opium, ein psychoaktives Wirkstoffkonglomerat, das aus dem Schlafmohn (Papaver somniferum) gewonnen wird, kann auf eine mindestens 6000 Jahre alte Geschichte zurückblicken. Der Schlafmohn ist nur als Kultigen, daher nicht in seiner wilden Urform bekannt. Opium ist sicherlich kein klassisches Entheogen. Es ist unklar, ob Opium, abgesehen von seiner Qualität als Heil-, Rausch- und Schmerzmittel, eine bedeutende Rolle in religiösen Kontexten spielte. Die Phänomenologie seiner Rauschwirkung beinhaltet zwar manchen Berichten zufolge das Auftauchen farbenprächtiger Visionen mit mythologischen Motiven, zeichnet sich ansonsten jedoch durch einen Zustand wohliger, euphorisierter Zurückgezogenheit von der Umwelt aus. Auch die bei regelmäßigem Konsum auftretende Gewöhnung, und die daraus resultierende Notwendigkeit einer Erhöhung der Dosierung um Toleranzentwicklungen auszugleichen, läßt einen regelmäßigen, rituellen Gebrauch eher problematisch erscheinen.

Vom Opiumgebrauch in den mykenischen und minoischen Gesellschaften im alten Griechenland und Kreta künden Funde von Terracotta Figuren aus Knossos, die angeritzte Mohnkapseln als Korona tragen (Devereux 1997: 32)Signifikant ist weiterhin die sogenannte "Mohngöttin" aus Kreta, die begraben in vulkanischer Asche in der Nähe einer Opiumpfeife gefunden wurde (ebd.). In Mykenä wurden neben dekorativen Darstellungen von Mohnpflanzen auch mohnköpfige Nadeln gefunden, die möglicherweise als Werkzeuge für das Hantieren mit kleinen Opium Stücken dienten. Eine Statue des Gottes Aesculapius aus dem sechsten vorchristlichen Jahrhundert zeigt diesen mit Mohnkapseln in der Hand.

Daß Opium auch bei den Ägyptern bekannt war, bezeugt etwa das Ebers Papyrus, datiert auf ca. 1500 v. Chr., in dem medizinische Opium Referenzen enthalten sind. Der Inhalt dieser Schrift ist wohl die Kopie einer mindestens tausend Jahre älteren Quelle (ebd.). Ägyptische Grabmalereien, die auf ca. 1600- 600 v. Chr. datieren, zeigen Mohnkapseln und andere psychoaktive Pflanzen. Auch in den ältesten bekannten Schriftdokumenten der Menschheit, Tafeln aus dem sumerischen Raum im südlichen Irak, datiert auf das dritte vorchristliche Jahrtausend, wird der Gebrauch von Opium erwähnt (Devereux 1997: 32).

Auf den religiösen Gebrauch von Opium in Südspanien weisen archäologische Funde in der "Cueva de los Murcielagos" hin. In dieser Höhle, die als prähistorische Begräbnisstätte diente, wurden bereits 1868 verschiedene Grabbeigaben gefunden, unter anderem Beutel, die eine große Anzahl von Mohnkapseln enthielten. "This find suggests that poppy-heads had a symbolic significance beyond the simple use of their seeds as a source of food, and that this symbolism was particularly appropriate as an accompaniment for the dead" (Sherratt 1991, zitiert nach Devereux, 1997:33). Eine Untersuchung mittels der Radiocarbon-Methode im Jahre 1980 datiert die Funde auf das frühe Neolithikum um 4200 v. Chr.

 

 

 

 
 

 

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